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Wasserknappheit in der Provinz Western Cape

25.01.2018 - Artikel

Als Folge der unterdurchschnittlichen Niederschlagsmenge der letzten drei Jahre erlebt die Provinz Westkap zur Zeit in der Tat eine akute Wasserkrise. Meteorologen bestätigen die niedrigsten Niederschlagsmengen am Kap seit Beginn der Aufzeichnungen vor 100 Jahren.

Drastische Verknappung des Trinkwassers in Kapstadt
Der niedrige Wasserstand des Molteno Reservoir im Zentrum Kapstadts am 15. Dezember 2017. © Kristin Palitza/dpa

Provinzregierung und Stadtverwaltung Kapstadt streben deshalb an, den täglichen Wasserverbrauch für die Stadt Kapstadt auf ca. 450 Millionen Liter/Tag zu reduzieren.  Die dazu bisher eingeführten, inzwischen sehr strengen Maßnahmen betreffen sowohl die Privathaushalte als auch die Wirtschaft und den Agrarsektor.

Es handelt sich dabei zum einen um öffentliche Informationskampagnen, in denen für einen sparsamen, bewussteren Umgang mit Wasser (z.B. kurzes Duschen, volle Waschmaschinen...) sowie für den Nutzen von Brauchwasser geworben wird (Kampagnen "Every drop counts",  "ThinkWater“). Hinzugekommen sind über die letzten Monate: progressiv steigende verbrauchsabhängige Tarifzuschläge, immer engere Mengenbeschränkungen für Privathaushalte sowie Strafandrohungen bei übermäßigem oder unzulässigem Wasserverbrauch. Auch zeitweise Wassersperrungen können nicht mehr ausgeschlossen werden. . Die Webseite der Stadtverwaltung gibt Auskunft über den aktuellen Stand der Situation im Kapstadt und die Stufe der Wasserrestriktionen.

Ab 1. Februar 2018 werden in Kapstadt die Wasserrestriktionen auf Stufe 6B verschärft. Für Privathaushalte wird damit das monatliche Limit auf 6 cbm reduziert, d. h. 50 Liter pro Person/Tag (weniger als die Hälfte des Durchschnittsverbrauchs in Deutschland). Ziel ist die Absenkung des Kapstädter Verbrauchs auf nunmehr 450 Mio l/d. Dieses Limit erlegt den Kapstädtern starke Einschränkungen im Alltag auf.

Drastische Verknappung des Trinkwassers in Kapstadt
Bürger füllen am 15.12.2017 Wasserkanister an einer natürlichen Quelle in Kapstadts Vorort Newlands auf.© Kristin Palitza/dpa

Als Touristen werden Sie bereits am Flughafen Kapstadt entsprechende Großplakate vorfinden ("save like a local") und auch von Ihrem Hotel oder Gästehaus um besonders sparsamen Wasserverbrauch gebeten werden.

Nach derzeitigem Stand würde Kapstadt zwischen Mitte April und Mitte Mai 2018 den „Tag Null“ erreichen, d. h. den Tag, an dem – bis auf eine minimale Notreserve – das gesamte noch als Trinkwasser nutzbare Wasser in den  Talsperren verbraucht wäre. Von da an würde die öffentliche Wasserversorgung nicht mehr über das Trinkwassernetz, sondern über 200 über das Stadtgebiet verteilte Wassernotausgabestellen erfolgen. Auch für Hotels und Gästehäuser wäre in diesem Fall nicht mehr von einer unbeschränkten Trinkwasserversorgung aus dem Leitungsnetz auszugehen. Weitere Informationen hierzu.

Ob und wann „Tag Null“ eintreten wird, lässt sich jedoch heute noch nicht mit Sicherheit voraussagen. Dies wird besonders davon abhängen, wie sich in den Monaten Januar bis März 2018 der laufende Wasserverbrauch entwickelt.

Inwieweit andere Orte in den Provinzen Westkap und Ostkap von Wasserknappheit betroffen sind, lässt sich über die Webseiten der jeweiligen Tourismusverbände oder Wasserversorgungsunternehmen in Erfahrung bringen.

Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes finden Sie hier.

Sie sollten unsere Reise- und Sicherheitshinweise weiter verfolgen, z.B. durch Abonnieren über unsere Internetseite oder über die App "Sicher Reisen" und Sie sollten Ihre Reise- und Aufenthaltsdaten unbedingt registrieren, damit in einem Notfall eine unmittelbare Kontaktaufnahme durch unsere Auslandsvertretungen möglich wäre: http://elefand.diplo.de

Auf diesem Weg würden Sie auch aktiv über eventuell weitere Maßnahmen unterrichtet werden, insbesondere wenn Sie keine Pauschalreise machen.