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Nachricht von Botschafter Schäfer an deutsche Landsleute

22.12.2020 - Artikel

Auf dieser Seite finden Sie wichtige Nachrichten des Botschafters an deutsche Mitbürger(-innen).

German Ambassador Martin Schäfer
German Ambassador Martin Schäfer© German Embassy Pretoria

Liebe Landsleute,

ich nehme an, Sie haben es schon vernommen:

Am vergangenen Freitagabend hat der südafrikanische Gesundheitsminister der Öffent­lichkeit mitgeteilt, dass eine neue Variante des Corona-Virus für einen großen Teil der Corona-Neuinfektionen in Südafrika verantwortlich ist. Es sei davon auszugehen, dass diese Mutation eine deutlich höhere Infektionsgefahr mit sich bringe, auch wenn noch unklar ist, ob diese Erkenntnis Veränderungen bei den Maßnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung des Virus oder der Behandlung von Erkrankten erforderlich mache.

Wir müssen diese neuen Informationen sehr ernst nehmen und dazu beitragen, eine weitere Verbreitung dieser neuen Virusvariante zu verhindern, oder doch zu verlangsamen. Des­halb hat die Bundesregierung gestern Abend entschieden, mit einer Verordnung ein befrist­etes Beförderungsverbot für alle Reisenden aus Südafrika nach Deutschland zu verhängen. Diese Regelung ist um Mitter­nacht in Kraft getreten und gilt vorerst bis zum 6. Januar 2021. Sie dient dem Zweck, vor möglicherweise bestehenden zusätzlichen Gefahren der neuen Virusvariante zu schütz­en und ein wenig Zeit zu gewinnen für weitere epidemio­lo­gische und medizinische Er­kenntnisse und den wissenschaftlichen Austausch zwischen den Experten unserer Län­der.

Was bedeutet dies für alle diejenigen unter Ihnen, die sich derzeit auf Reisen, zum Familienbesuch, geschäftlich oder aus anderen Gründen in Südafrika aufhalten und bald wieder nach Deutschland zurückkehren möchten?

Nun, es bedeutet zunächst einmal, dass Sie Ihre Reisepläne wohl mindestens bis zum Beginn des neu­en Jahres zurückstellen müssen, womöglich sogar länger, weil es Fluggesell­schaften untersagt ist, Passagiere aus Südafrika nach Deutschland zu befördern. Auch andere Länder haben schon ähnliche Verbote erlassen.

Sollten Sie einen Rückflug in der Zeit bis zum 6. Januar gebucht oder geplant haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrer Fluggesellschaft auf. Möglicherweise wird Ihnen, so fürchte ich, nichts anderes übrigbleiben, als Ihren Aufenthalt in Südafrika etwas zu verlängern. Deutsche und Personen mit Wohnsitz in Deutschland dürfen ab 1. Januar wieder heimgeflogen werden. Es ist daher möglich, dass es schon Sylvester nach vorheriger Genehmigung durch die Bundesregierung Flüge geben wird, mit denen Sie am Neujahrstag in Deutschland eintreffen können.

Auf jeden Fall wird ein aktueller negativer Corona-Test unmittelbar vor der Ausreise oder mit Ankunft von Ihnen verlangt werden, in Ergänzung der ohnehin bestehenden Einreiseanmeldungs- und grundsätzlichen Quarantänepflicht.

Ich möchte Ihnen empfehlen, dafür nun schon alle notwendigen Vorbereitungen zu treffen.

Sie wissen, dass die Bundesregierung für Südafrika wie für viele andere Länder aufgrund der Corona-Pandemie seit Monaten eine Warnung für touristische Reisen ausgesprochen hat. Wir haben stets davor gewarnt, dass sich die Infektionslage wieder ver­schärfen und der internationale Reiseverkehr mit Südafrika beeinträchtigt werden könnte. Genau das ist nun leider eingetreten.

Eine weitere Rückholaktion der Bundesregierung, wie sie im Frühjahr dieses Jahres in vielen Ländern rund um den Globus durchgeführt wurde, ist nicht geplant. Dessen ungeachtet möchte ich Sie herzlich bitten, sich auf der Online-Plattform ELEFAND des Auswärtigen Amtes einzutragen, wenn Sie das noch nicht getan haben sollten. So sind Sie sicher, dass Sie von uns über alle Entwicklungen und deren mögliche Folgen für Sie und Ihre Reisepläne auf dem Laufenden gehalten werden können.

Am wichtigsten bleibt aber, und mehr denn je möchte ich Sie darum bitten: Schützen Sie sich und andere, halten Sie alle Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln penibel ein, reduzieren Sie Ihre sozialen Kontakte so weit wie nur irgend möglich, um eine Ansteckung für sich und für andere zu verhindern.

Das südafrikanische Gesundheitssystem steht gegenwärtig stark unter Druck, es ist an einigen Orten bereits an und sogar über seine Kapazitäten hinaus belastet. Da wir weiter ein Wachstum der Infektionszahlen und eine Zunahme der schweren Krankheitsverläufe beobachten, müssen wir uns darauf einstellen, dass die Lage kritischer werden könnte.

Das sind alles keine guten Nachrichten, und weihnachtlich zumute wird einem dabei gewiss nicht. Das ist mir sehr bewusst. Aber es ist doch wichtig, Sie wissen zu lassen, wie es um die aktuelle Lage bestellt ist, damit Sie Ihrer Verantwortung für sich selber und für Ihre Familien, Freunde und Mitmenschen gerecht werden können.

Und dennoch wünsche ich Ihnen von Herzen friedliche und fröhliche Festtage.

Weihnachten ist ein Fest der Zuversicht und der (Mit-)Menschlichkeit.

Wir wissen nicht, wie es weitergeht, aber wir wissen doch, dass es weitergeht: Wir haben so schnell wie niemals zuvor hochwirksame Impfstoffe entwickelt, die Impfungen beginnen in wenigen Tagen; wir haben gelernt, wie wir uns und unsere Mitmenschen vor einer Infektion schützen können; wir haben allen Grund zur Hoffnung auf ein erfülltes Leben nach dieser Pandemie, und auch in der Pandemie.

Passen Sie gut auf sich und Ihre Mitmenschen auf!

Und bleiben Sie gesund!

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Martin Schäfer


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