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Nachricht von Botschafter Schäfer an deutsche Landsleute

06.07.2020 - Artikel

Auf dieser Seite finden Sie wichtige Nachrichten des Botschafters an deutsche Mitbürger(-innen).

German Ambassador Martin Schäfer
German Ambassador Martin Schäfer© German Embassy Pretoria

Liebe Landsleute, 

es ist einige Zeit her, dass ich mich mit dem letzten Brief an Sie gewandt hatte. Viel ist passiert seither.

Die dynamischen Entwicklungen der Corona-Pandemie haben die Dinge in und zwischen Deutschland und Südafrika stark verändert: Ende März, während unserer Rückholaktion inmitten der strengen Ausgangssperre in Südafrika, hatte die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ihren Höhepunkt erreicht, während sich damals in Südafrika das Virus erst sehr langsam verbreitete. Jetzt ist es genau umgekehrt: Deutschland hat die erste Welle der Infektionen überstanden, während die Zahlen in Südafrika in die Höhe schießen, erst am Kap, und jetzt auch um Johannesburg und in anderen Teilen des Landes.

Die südafrikanische Regierung steht vor schwierigen und für das Land und seine Bürger schwerwiegenden Richtungsentscheidungen: Die schwierige wirtschaftliche und soziale Lage macht eigentlich eine möglichst schnelle und umfassende Öffnung der Wirtschaft, des Tourismus, der Industrie und der Dienstleistungen notwendig. Gleichzeitig erfordert das exponentielle Wachstum der Neuinfektionen womöglich weitere strenge Maßnahmen der Eindämmung. Wie auch immer die Richtungsentscheidungen ausfallen: Südafrika stehen schwere Wochen und Monate bevor.

Die Bundesregierung hilft zusammen mit der deutschen Wirtschaft nach besten Kräften, die Krise zu bewältigen: Wir haben zusammen mit Volkswagen und der Provinzregierung des Ostkaps in Port Elizabeth ein Feldlazarett für mehr als 3.300 Corona-Patienten aufgebaut und finanziert. Wir werden in den nächsten Wochen zusammen mit BMW und der Regierung von Gauteng acht Krankenhäuser ertüchtigen und zusätzliche Bettenkapazitäten schaffen. Wir liefern Schutzausrüstungen für das öffentliche Gesundheitssystem. Ich denke, das ist gegenwärtig das Beste, was wir als Partner, Freund und Investor in der jetzigen Lage tun können.

Mehr noch: Wir möchten, dass die im Land tätigen deutschen Unternehmen ihren Teil zum Wiederaufbau nach der Krise beitragen können. Dafür ist es nötig, dass viele Ingenieure, Techniker und Experten aus Deutschland ins Land kommen dürfen. Sie sollen etwa dem staatlichen Stromproduzenten ESKOM helfen, Stromausfälle zu vermeiden. Wir wollen auch die Exporte deutscher Unternehmen aus Südafrika wieder in Gang bringen. Deshalb arbeiten wir zusammen mit der Deutsch-Südafrikanischen Handelskammer daran, Ausnahmeregelungen für die Einreise, den Aufenthalt und die Arbeit dieser Experten zu erwirken und in Kooperation mit Lufthansa Flüge dafür zu organisieren.

Wenn uns das gelingt, können wir erneut Südafrikaner auf dem Hinflug nach Hause bringen und auf dem Rückflug auch wieder Menschen nach Deutschland, Europa und anderswo fliegen, die Südafrika verlassen und nach Hause möchten. Da wir davon ausgehen müssen, dass die von der südafrikanischen Regierung verhängten Beschränkungen des internationalen Flugverkehrs noch eine ganze Weile aufrecht erhalten bleiben, wäre das bis auf weiteres eine dünne und begrenzte, aber doch eine Lebenslinie zwischen Deutschland und Südafrika.

Ich weiß, dass die Spitzen der südafrikanischen Regierung unserem Vorhaben sehr positiv gegenüberstehen. Deshalb bin ich ganz zuversichtlich, dass wir das alles hinbekommen können. Aber wie bei der Vorbereitung der Rückholflüge im März und April haben wir alle gemeinsam noch eine Menge Arbeit vor uns, um alle politischen und administrativen Auflagen für diese Expertenflüge zu erfüllen.

Daher gilt: Bevor wir nicht eine finale Genehmigung dieser Flüge von der südafrikanischen Regierung haben, müssen wir, so leid es uns auch tut, mit dem Risiko einer Verschiebung oder Stornierung leben.

Derzeit ist der erste dieser Flüge aus Frankfurt nach Johannesburg am 15. Juli geplant. Der Rückflug könnte am 17. Juli aus Johannesburg nach Frankfurt und vor dort an zahlreiche weitere Flugziele der Lufthansa in Europa und die ganze Welt erfolgen.

Bitte buchen Sie bei Ausreiseinteresse Ihren Flug direkt bei Lufthansa. Details dazu finden Sie auf www.lufthansa.com (wichtig: Zugangscode LGFLYBACK20 eingeben) und auf unserer Webseite unter www.southafrica.diplo.de/fluege.

Ein Letztes zur Einreise für Nicht-EU-Bürger aus Südafrika nach Deutschland und in die Europäische Union: Wegen der hohen Infektionszahlen in Südafrika wird es erst mal keine Öffnung unserer Grenzen geben können. Die Bundesregierung verfolgt die Lage hier und anderswo sehr aufmerksam und wird die Liste der Länder, aus denen eine Einreise wieder erfolgen kann, regelmäßig aktualisieren.

Am Schluss wie immer: Passen Sie gut auf sich auf, und schützen Sie sich und andere durch hinreichenden Abstand, das Tragen von Masken und regelmäßiges Waschen der Hände. Das ist wirklich der beste Beitrag, den wir alle zur Eindämmung des Corona-Virus leisten können und der Schlüssel zur Überwindung der Krise.

Mit freundlichen Grüßen

Botschafter Martin Schäfer


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